Hingabe und Harmonie

Wenn ich meine früheren Texte lese, diesen Gedanken nachsinne, so ist wohl den meisten Schriften eine Grundtendenz gemeinsam: Karate als einen Weg begreifen zu wollen. Einen Weg, der, wie es so schön heißt, geradlinig und treu zu zu gehen sei.

Ein schönes Ansinnen, eine Hilfestellung, denn immerhin wäre das dann doch eine Anleitung, die zwar schwer zu befolgen, aber dennoch, vorgezeichnet, die rechte Richtung weist, in welche es Fuß und Denken zu setzen gilt.

Ach, wenn das Leben und auch das Karate nur so einfach wären …

Heute, etliche Erfahrungen reicher, stelle ich mir die Frage, ob Karate nicht vielleicht besser als eine Begleitung auf dem individuellen Lebensweg begriffen werden sollte.

In meiner Erinnerung gehe ich über 40 Jahre zurück und sehe mich als weiß gewandeten, farbig bis schwarz gegürteten Karateka auf den Wettkampfflächen der Welt und in unzähligen Trainingshallen. Ich sehe mich mit großer Leidenschaft und Kampfgeist trainieren und kämpfen. Eine Zeit der jugendlichen, nahezu immer verfügbaren Kraft und der manchmal gar überbordenden Motivation.

Das wollte ich damals so erleben, ich wollte mich selbst dergestalt erleben; mich in genau dieser Art und Weise fühlen. Karate war für mich schon dazumal der perfekte Wegbegleiter.

Bald schon machten sich aber immer öfters Gedanken auf, welche nach dem „Mehr“ im Karate suchten, die Karate in seiner wahren Tiefe ergründen wollten. Ein Urgrund, der mehr sein musste, als ein Wazari oder Ippon im Kumite-Shiai, eine möglichst hohe Wertung zum Kata-Vortrag, oder eine Dominanz im Trainingskampf und in den Übungen der Selbstverteidigung.

Das Mehr! Ich suchte es in Steigerungen der Trainingsintensität, besonders in den Vorbereitungszeiten zu Prüfungen. Ich erinnere mich an die innere Enttäuschung, gerade bei den Prüfungen zu den höheren Dan-Graden, dass es trotz allen Lobes dennoch wieder „nur“ ein technischer Vortrag, auch wieder „nur“ ein Beweis von Kampfgeist gewesen war.

Ergo, die für mich immer wieder logische Konsequenz: Trainiere weiter, trainiere intensiver und härter, trainiere mit größerem Spirit! Wohl ahnend, aber nicht befolgend, dass ein älter werdender Körper gleich einem älter werdenden Motor eher mal vorsichtiger gefahren werden sollte. Jedoch zu verführerisch ist (vielleicht männlich) das emotionale Feedback, wenn die Kraft des Körpers so deutlich, gar bis zur Erschöpfung spürbar wird.

Und dann kamen Ereignisse, gesundheitliche Themen, welche wie keine anderen geeignet sind, das Denken plötzlich auf eine andere Ebene zu heben. Haruki Murakami, der wunderbare japanische Autor, trifft es mit dem Zitat auf den Punkt: „Wenn der Sandsturm vorüber ist, wirst du kaum begreifen können, wie du ihn durchquert und überlebt hast. Du wirst auch nicht sicher sein, ob er wirklich vorüber ist. Nur eins ist sicher. Derjenige, der aus dem Sandsturm kommt, ist nicht mehr derjenige, der durch ihn hindurchgegangen ist. Darin liegt der Sinn eines Sandsturms.“

Überschäumender Kampfesmut, meine Interpretation von Spirit, sowie Leidenschaft, stellen sich mir nun fern, als Begleiter der jungen Jahre dar. Und sind sie nicht auch tatsächlich den jungen Jahren zugeordnet? Der Zeit, in der häufig die Orientierung nach außen viel wichtiger erscheint, als jene nach innen. Die äußere Kraft, die uns die Welt zu erobern trachten lässt. Doch genau diese nach außen gerichtete Kraft tritt mit den Lebensjahren und auch mit den fortschreitenden Jahren des konzentrierten Karatetrainings mehr und mehr in den Hintergrund und macht den Weg frei für jene Kraft, die ‚ in ‚ einem wirkt.

Wo ich früher die Leidenschaft gesehen habe, erblicke ich nun die Hingabe, wo der Spirit als Kampfesmut wahrgenommen wurde, zeigt er sich nun im Erleben der Harmonie.

Will man die Leidenschaft und den Kampfesmut mit Hingabe und Harmonie ersetzen, so stellen wir uns einer großen Aufgabe. Denn wo die Leidenschaft das Ego betont, erfordert die Hingabe das Lösen davon; wo der übertriebene Kampfesmut gerne das Selbst vom Anderen trennt, wünscht die Harmonie die Verbindung.

Wenn man sich mit den Gedanken des Zen beschäftigt, so stößt man auf Koans, Aufgabenstellungen, welche der Meister den Schülern gibt, über die es zu meditieren gilt und die über die Logik nicht zu lösen sind. Eines der berühmtesten Koans ruft auf, über das Nichts „MU“ nachzusinnen.

Der Begriff des Karate ist ähnlich gelagert, bedeutet doch die erste Silbe „Kara“ soviel wie „Leer“. Oftmals interpretiert in der Form, dass die Karateka ja mit leeren Händen kämpfen, doch meine ich, dass dies zu profan erklärt wäre und viel eher gemeint ist, dass der Geist der Karateka leer sein soll, nicht anhaften soll, in letzter Konsequenz sich bereitwillig sogar von der eigenen Existenz lösen soll.

Denken wir uns in diese Struktur der Leere, des Nichts, des Hingebens selbst der uns so lieb gewordenen Eigenwahrnehmung ein, so führt dieses Gedankenspiel unweigerlich zu einer gewissen Auflösung des Selbst. Doch sind dies in dieser Phase nur, wie gesagt, Gedankenspiele. Diese Gedanken müssen erst noch erlebt und vor allen Dingen gefühlt werden, um sie auch nur ansatzweise verstehen zu können. Ich begreife das Karate immer mehr als ein Meer der Emotionen, das uns in unseren Grundfesten erschüttern, aber auch sanft wiegen kann; nur um uns begreifen zu lassen, dass sowohl Sturm als auch ruhiges Wasser immer nur Spiegel unserer eigenen Gefühle sind.

Willst Du die Aggression, so wirst Du diese im Kampf verspüren; willst Du die Angst, so wirst Du die Angst verspüren, willst Du den Mut, so wirst Du den Mut verspüren. So spiegelt die Beschäftigung mit dem Kampf Dein inneres Wesen wieder. Emotionen sind somit die wichtigsten Lehrmeister, wollen wir das Wesen der Kampfkunst Karate verstehen.

Und hier greift auch mein zweiter Begriff, über den ich meine Gedanken heute mit Dir teilen möchte. Dies ist die Harmonie.

Kampf und Harmonie, das hört sich im ersten Ansinnen als völlig unvereinbar an. Ich habe über dieses Phänomen bereits früher schon geschrieben, jedoch bitte ich Dich nun, Dir Deinen letzten intensiven Trainings- oder Wettkampf in Erinnerung zu rufen. War es nicht so, dass Du Dein Gegenüber versucht hast zu lesen, um die Absicht zu erfahren, um dem Angriff, der Reaktion vorgreifen zu können? Je intensiver der Kampf, je fortgeschrittener die Karateka, je mehr kommt es zu einer Kommunikation im Kampf, welche weit über das Ich und das Du hinausgeht. Man spiegelt sich förmlich gegenseitig, fühlt sich und das Gegenüber gleichermaßen, es entsteht eine ganz besondere Form der Harmonie.

Völlige Hingabe und Harmonie in der beschriebenen Form sind unabdingbar, um im Kampf bestehen zu können. Sie gehören somit zum Karatetraining ganz selbstverständlich dazu, wollen wir das Karate in seiner Tiefe üben und begreifen. Doch ist dies aus meiner Sicht auf keinen Fall so zu verstehen, dass mit den Jahren wir Karateka uns damit begnügen dürfen nur noch den sogenannten geistigen Aspekten des Karate, ich schreibe ja gerade darüber, nachzusinnen. Wie sagt es der legendäre Stan Smith: „a karateka never stops training!“

Hingabe und Harmonie, diesen Gedanken liegt nichts schwaches zugrunde, diesen Gedanken liegt sehr wohl zugrunde, sich gegen Unbill wehren zu können und sich gegen Unbill wehren zu müssen. Nicht nur gegen Unbill, der gegen einen selber anläuft sondern gegen jeglichen Unbill, der entdeckt wird und den es abzuhalten gilt. Unser Training in der Kampfkunst befähigt uns in ganz besonderem Maße hierzu. Eine Fähigkeit und eine Verantwortung gleichermaßen.

Wenn wir uns zur Meditation hinsetzen oder in eine stabile Karatestellung sinken, verbinden wir uns mit der Erde. Lösen wir uns in der geistigen Versenkung oder im Kampf von den einstürmenden Gedanken und Emotionen, können wir uns mit dem Geist der Natur, oder welchen Begriff Du wählen willst, verbinden. Harmonie hat viele Facetten.

Oben habe ich das Karate als Wegbegleiter betitelt. Es gibt viele solcher Begleiter. Welchen wir für uns wählen, das ist individuell unterschiedlich.

Wenn ich die heutige Karategemeinschaft betrachte, sehe ich viele Karateka, welche seit Jahrzehnten Karate betreiben. Bei etlichen erkenne ich mit den Jahren aber eine Stagnation in der Motivation. Man erkennt, dass die Übung nicht mehr so leicht fällt, als in den jungen Jahren, dass die Kraft schwindet, der Körper nicht mehr so willig der angedachten Technik folgt. Das Kampftraining ist nicht mehr mit so viel Erfolg verknüpft, gerade, wenn man sich mit jüngeren Karateka misst. Die Übung der Kata lässt den Schwung und die Dynamik früherer Jahre vermissen und vieles mehr.

Ich denke, dass eine Änderung der Ausrichtung uns auf eine Ebene bringt, die weit über dem liegt, was wir uns bislang ausgemalt haben.

Hingabe und Harmonie ist die Neuausrichtung, welche ich für mich gewählt habe. Wenn ich ins Dojo gehe und mich mit meinen Tokui Katas (bevorzugte Katas) beschäftige, so versuche ich mich dabei in maximaler Hingabe und Harmonie. Übe ich mit Partner*in, so gleichfalls mit dem Gedanken der Hingabe und Harmonie. Für das Training am Makiwara gilt gleiches usw.

Trainieren wir im Geiste der Harmonie, schwebt immer auch der Geist des Friedens mit.

Dergestalt durch das Training des Karate motiviert, versuche ich mich auch im Alltag in Hingabe und Harmonie. Ein großes Unterfangen, von dem ich weiß, daß mich dies heute und bis an mein Lebensende immer wieder vor gewaltige Herausforderungen stellen wird. Denn Harmonie differenziert nicht, ist nicht schwarz oder weiß, Harmonie ist die Farbe grau.

Ich weiß, erst wenn ich mit meinem Umfeld in Harmonie bin, kann ich die negativen Seiten meiner Eigenwahrnehmung ausblenden. Dann gehe ich ein in alles, was mich umgibt. Ich übe dies im Kampf, indem ich mich verbinde mit dem Denken und Fühlen meines Gegenübers.

Aus dieser Harmonie heraus entsteht dann keine destruktive Handlung, sondern aus dieser Harmonie heraus können wir so angemessen handeln, wie es die Situation erfordert. Wenn wir in dieser Art und Weise agieren, wird unser Kampf immer einen positiven Aspekt beinhalten. Wir werden nicht für unser Ego  kämpfen, sondern wir werden kämpfen, um etwas negatives abzuhalten. Das heißt, wir werden nicht für unseren schnöden Vorteil kämpfen, sondern werden in einem defensiven Charakter kämpfen. So ist die Aussage von Meister Funakoshi „Im Karate gibt es keinen ersten Angriff“ für micht zu verstehen. Sehr schwer zu leben, aber, wie schon oben gesagt, das Leben und das Karate sind nicht einfach …

Hingabe und Harmonie bergen in sich Ruhe und Gelassenheit, bergen in sich die Leere und das Nichts, bergen in sich die Einheit mit allem. Übe ich Karate in diesem Sinne, ist Karate dann nicht doch mehr als ein Wegbegleiter? Ist Karate dann nicht doch ein Weg?

Karate-Do – der Weg des Karate(ka)

Vom Gegen- zum Miteinander

In seinem Buch „Die leere Hand“ beschreibt Kenei Mabuni (10. Dan Shito Ryu) die Technik der Flammenwolke aus der Jigen-Schwertschule. Diese Technik zielte auf eine besondere Geschwindigkeit des Schwertschlags ab. Der Schlag soll wohl in einer Zeitspanne von ca. fünf hundertstel Sekunden erfolgt sein. Das wäre tatsächlich eine unglaubliche Geschwindigkeit, bedenkt man, dass ein Wimpernschlag etwa doppelt so lange benötigt.

Ich stelle mir zwei Schwertkämpfer der Vergangenheit vor, die sich mit erhobenen Schwertern in Schlagdistanz gegenüber stehen. Bei der Geschwindigkeit des zu erwartenden Schlags ist es unmöglich, auf eine Bewegung zu reagieren. Denn jeder Gedanke und jeder Sinn wirken zu langsam, um eine Reaktion auszulösen.

Wer sich schon einmal intensiv dem Kumite gewidmet hat, der kann vielleicht meine Erfahrung nachvollziehen, dass sich gleichsam eine Glocke über Kumitepartner*in und einen selbst legt. Man taucht in das Gegenüber ein, betrachtet und betrachtet doch nicht, agiert manchmal dergestalt, dass im Anschluss nur die Verwunderung über das bleibt, was gerade geschehen ist.

So in etwa, aber noch um ein Vielfaches intensiver, kann ich mich in etwa in die oben gezeichnete Situation unserer beiden Schwertkämpfer einfühlen. In zwei Kontrahenten, die in diesem ungewöhnlichsten Moment eins geworden sind. Greift hier der Begriff der Leere?

Ich wünschte mir, dass die Beiden schließlich den Weg des Ainuke gewählt haben, den Weg des gegenseitigen Rückzugs. Weiß ich doch selber, dass gerade nach härtesten und intensivsten Begegnungen auf der Kampffläche oder im Dojo, ein Gefühl entstehen kann, welches ich nur mit höchstem Respekt oder gar Zuneigung zu dem Menschen titulieren kann, mit dem und durch den man zu diesem tiefen Erleben kommen durfte.

Warum ich diese Gedanken hier in Worte fasse? Es mag an der Weihnachtszeit liegen, dass in mir der Wunsch vorherrscht, dass das Gegeneinander zu einem Miteinander wird. Wie wir uns in den Kampfübungen des Karate in unser Gegenüber einzufinden lernen, so mag dies auch im Alltag mehr und mehr ein Weg sein zum individuellen und gegenseitigen Glück.

(Dezember 2018)

Vom Teilen

Ein Aspekt: In einem Bericht, welchen ich vor geraumer Zeit gelesen habe, wurde auf das Ergebnis von Umfragewerten verwiesen, das besagt, die Menschen in den Ländern Skandinaviens seien die glücklichsten Menschen der Welt. Eine Begründung hat mich besonders aufmerksam werden lassen, denn, so die Beurteilung, dies läge wohl an der großen Sozialkompetenz der nordischen Gesellschaften. Es wurde ein Landwirt zitiert, der ob seiner Erträge herausragend ist. Seine Aussage war, dass sein Erfolg daraus resultiere, weil er seine Saat mit den umliegenden Landwirten teile. Somit sei sichergestellt, dass kein qualitativ schlechtes Saatgut auf seine Felder gelange.

Ein Aspekt: Je länger ich Karate trainiere, es ist mittlerweile bereits viereinhalb Jahrzehnte her, dass ich diese faszinierende Kampfkunst begonnen habe, je mehr treten Elemente zutage, die jenseits des von außen Sichtbaren liegen. Ich erkenne, dass z.B. die objektiv wahrnehmbare Kraftentfaltung über Bauch und Hüfte, wie diese gewünscht ist, eine Bedeutung weit über der Optimierung von einer Angriffs- oder Abwehrtechnik hat. In unserer westlichen Kultur wird die Bauchregion weit weniger als elementares Zentrum von körperlicher Kraft und geistiger Energie wahrgenommen, als dies in fernöstlichen Kulturen der Fall ist. Was dort gewissermaßen im Genpool angelegt ist, gilt es hier nicht ohne Mühe zu erlernen. Doch ist diese Bemühung von außerordentlichem Gewinn, denn über dies Tun erfahren wir, erleben wir und bereichern wir uns um die Philosophie und das Gedankengut Asiens. Einfach so – indem wir einen Zuki üben. Ich finde das total faszinierend.

Ein Aspekt: Schon vor Jahren stand mir das Bild eines Karate vor Augen, welches ich nur zu gerne erreichen wollte. Eine Skizze eher, die ich gerne zu einem Werk gestaltet hätte, jedoch mir fehlten zur Realisierung, im übertragenen Sinne, die Farben. Inspiriert durch Meister, deren Fertigkeiten und im Besonderen deren Fähigkeit im Übermitteln des Karate hervorragend ist, verspüre ich mehr und mehr, dass sich das Bild realisiert. Ein unschätzbar großes Geschenk.

Ein Aspekt: Manchmal stelle ich mir die ganze Existenz vor, gleich einem unendlichen Spinnennetz. Wo auch immer das kleinste Zupfen auch nur die geringste Schwingung erzeugt, ist diese im ganzen Netz zu vermerken und schwingt somit auch wieder auf den Verursacher zurück. Sanft oder grob, aufbauend oder zerstörerisch, befruchtend oder destruktiv. Alles wirkt nach. Ist dieses Spüren das, was wir Gewissen nennen? Weiterlesen

Von der Erkenntnis zur Verinnerlichung

Vor wenigen Tagen in einem der gemütlichen Konstanzer Café …

Ich bekomme meinen Espresso serviert, fülle Zucker hinzu und während ich meinen Blick durch das Lokal schweifen lasse, rühre ich gedankenverloren – so nebenbei – den Zucker in den Kaffee. Und, wie ich bemerke, handeln viele andere Gäste gleichermaßen. Auch diese rühren in ihrer Tasse, den Löffel ruhig und sicher bewegend, die Milch, den Zucker, oder was auch immer für Leckereien sich in dem Gefäß befinden, unter.

Dieses Bild ließ mich tagelang nicht los. Ein Verhaltensmuster, welches wohl fast allen Menschen zueigen ist, interessiert mich immer ganz besonders.

Auch diesmal versuchte ich eine Verbindung zum Karate zu finden und tatsächlich bemerke ich bei mir, dass manchmal, ob es die Übung der Grundschule, Kata oder auch des Kumite ist, ich dies gedankenverloren tue. Es ist dann ein automatisiertes Tun, welches man als eine besondere Fähigkeit interpretieren könnte; die Wahrnehmung, dass einem das Karate so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass es ‚von ganz alleine‘ funktioniert.

Kennst Du das, den Spruch: „Da bin ich darüber hinaus, das macht mich nicht mehr verrückt“? Das hört man doch immer mal wieder und vermutlich hast auch Du wie ich das schon einmal so oder ähnlich geäussert. Gemeint ist, dass man ein gewisses Verhaltensmuster, welches man an sich z.B. als negativ entdeckte soweit verarbeitet hat, dass man davon nicht mehr berührt wird. Doch, wie oft kommt es dann vor, dass eine gesteigerte Anforderung, eine etwas geänderte Ausgangssituation uns genau wieder in die Reaktion bringt, welche man vermeintlich  überwunden glaubte. Ich denke, das ist sehr menschlich.

Dies zeigt aber auch auf, wie weit sich Denken und Handlung in uns oftmals unterscheiden. Im Karate, so habe ich für mich entdeckt, finden wir einen Weg, der uns befähigt sukzessive mehr und mehr eine Erkenntnis soweit zu verinnerlichen, dass ein neues Muster uns tatsächlich irgenwann zu eigen sein kann.

Der (mein) Wegweiser:

1.) Im ersten Schritt gilt es, die Technik in der Grundschule zu erlernen und zu perfektionieren. Hierzu nutzen wir das Basis-Training mit vielen Wiederholungen. Wir binden unterschiedlichste Übungen ein, konzentrieren uns auf jede Sequenz der Technik und vieles mehr.

2.) Im zweiten Schritt prüfen wir uns und erweitern unsere Kenntnisse im Üben der Form, der Kata. Die Herausforderungen an Stand, Stabilität, Kraft, Ausdauer etc. sind im Kata-Training enorm. Die kleinste Unachtsamkeit führt zu einem unsauberen Ergebnis.

3.) Im dritten Schritt dann stellen wir unsere Fähigkeiten unter Beweis. Im Kumite, den Kampfübungen im Karate bis hin zum freien Kampf, halten wir uns den Spiegel auf besonders klare Weise vor Augen. Nun sind wir nicht mehr allein der Übung der Technik und Form überlassen, was selbst bei intensivstem Training noch eine Art Komfortbereich ist, sondern werden durch unseren Kampfpartner resp. unsere Kampfpartnerin in immer neue herausfordernde Situationen gebracht, die es gilt zu bestehen.
Hinzu kommen Emotionen, wie Angst, Aggression, Überheblichkeit usw. die es ebenfalls zu bewältigen gilt. Warum? Weil man sonst den Kampf verliert!

4.) Im vierten Schritt wird die Erfahrung aus den vorhergehenden Schritten in das erneute Üben der Form, der Kata, eingebracht. In diesem neuerlichen Üben der Kata stellen wir fest, dass wir neue Elemente in der Form entdecken, die uns zuvor noch gar nicht so gewahr waren. Wir „sehen“ Kumite-Elemente, bekommen neue Inspirationen in Technik und Timing etc. Unser Karate hat sich bewegt. Wo zuvor ein Nachahmen war, ist nun schon Interpretation, wo zuvor eine Idee war, ist nun Erfahrung usw.
(Hier meine ich jedoch nicht das „Hineininterpretieren‘ von möglichst vielfältigen Anwendungen. Diese Art eine Kata erkennen zu wollen birgt sehr häufig die Gefahr, sich in theoretischer Vielfalt zu verlieren. Es suggeriert den Eindruck, eine Kata ‚verstanden‘ zu haben. Jedoch ist eine Kata, ist das Karate nur sehr unzulänglich über den Verstand zu begreifen).
Karate ist ein in der körperlichen Übung des Kampfes intuitiv zu erfassender Erfahrungsweg. Dabei ist der Kampf im Karate niemals destruktiv. Meister/innen vieler Generationen haben es geschafft, über die hingebungsvolle, herausfordernde und oftmals harte Übung des Kampfes einen Weg der Verteidigung, Charakterschulung und Selbsterkenntnis zu entwickeln.

5.) Im fünften Schritt gilt es nun wiederum, die im oben beschriebenen Kreislauf gemachten Erfahrung in die weitere Perfektionierung der Technik einzubringen und somit einen erneuten Kreislauf zu beginnen.
Da wir gerne im Streben nach einem Ziel verhaftet sind, könnte man nun das Symbol einer sich hebenden Spirale heranziehen. Ich für mich finde jedoch den Gedanken des gleichbleibend neugierigen Schülers interessanter.
Somit stelle ich mir vor, den alten Kreislauf auszuwischen, zu löschen, zu leeren, um sodann wieder neu aufzusetzen.

Dadurch verhafte ich nicht in der Vergangenheit, hänge nicht Gedanken nach, sondern erlebe den Moment bewusst und das weitere Tun tatächlich komplett neu. Dennoch – das Erlernte, Erfahrene ist ja sowieso bereits ein Teil von mir geworden. Wie ich jede Sekunde, Minute, jeden Tag durch meine Erfahrungen ein ‚anderer‘ Mensch bin, so gilt das selbstverständlich auch für mich als Karateka. Kannst Du diesem Gedanken folgen?

Nur so können wir immer wieder vom Gestern, vom Vorher loslassen und Gedanken, Erfahrungen, Emotionen den Weg bereiten „vom Kopf in den Bauch“. Von der Erkenntnis zur Verinnerlichung.

Was für das Erlernen und Erfahren einer Kunst wie die des Karate gilt, ist gleichermaßen übertragbar auf viele, vielleicht alle Elemente unseres Lebens. Vielleicht hast Du Muße und Motivation, mal darüber nachzudenken.

Ist das alles? Das ist der Weg zur Verinnerlichung, das ist DER WEG?

Lass uns noch einmal meine anfangs geschilderte Begebenheit im Café betrachten. Der Kaffee, der Zucker, das gedankenlose Einrühren des Zuckers in den Kaffee…

Was wäre, wenn wir dies nicht gedankenlos automatisiert tun würden? Was wäre, wenn wir dies zwar ohne Gedanken tun, doch als eigener externer Betrachter verfolgen würden. Ein Betrachten unseres eigenen Tuns, ohne dass wir dies bewusst steuern? Betrachten dass „ES“ geschieht, gleichsam ohne unser Zutun? „ES“ geschieht von selbst aus uns heraus. Die höchste Form der Verinnerlichung?

Ich wünsche Dir so sehr alles erdenklich Gute auf Deinem Weg.

24 Gedanken

Der letzte Monat eines Jahres lädt zum Denken ein, ein Nachsinnen macht sich breit über den Verlauf des Jahres. Erste Resümee werden gezogen, vielleicht schon Pläne und Vorsätze für das nächste Jahr gehegt. Auch ich habe meinem Denken freien Lauf gelassen und hier in 24 Gedanken zusammen gefasst (zur Vergrößerung klicke bitte in ein Bild)

Vom Vertrauen und vom Herz

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Chemin du Coeur / Frei übersetzt: „Weg des Herzens“

Kennst Du das Gefühl, Du stehst im Dojo vor dem Training, weißt darum, dass die nächsten Stunden sehr anstrengend für Körper und Geist werden und fragst Dich, warum Du das denn überhaupt machst?

Ich gebe zu, dass diese Frage immer mal wieder in mir auftaucht und nach einer Antwort verlangt. Diese Antwort kann vielfältig sein, je nach Tagesform sehr unterschiedlich und ist dennoch in einer abschließenden Eindeutigkeit, so meine Erfahrung, nahezu unmöglich zu geben. Ich habe mehr und mehr aufgehört, nach dieser schlussendlichen Begründung zu forschen und mit der Zeit wird auch die Frage immer leiser. Es ist mir einfach nicht mehr wichtig zu wissen, warum ich trainiere, ich trainiere einfach. Was daraus folgt? Ich weiß es nicht. Aber ich bin voller Vertrauen in die Kunst der alten Meister, dass über das richtige Training sich mehr und mehr in mir das manifestiert, was dem Gedankengut des Budo entspricht; inspiriert von buddhistischer Spiritualität und holistischem Weltbild.

Dem überlieferten Lehrsystem der Schüler- / Meisterbeziehung liegt in unbedingtem Maße das gegenseitige Vertrauen zugrunde. Der Schüler resp. die Schülerin geben sich vertrauenvoll der Unterweisung des Lehrers hin, der Meister weiß um dieses Vertrauen und um die Größe seiner Verantwortung gegenüber dem Schüler. Diese Methodik ist nicht als blinde Gefolgschaft zu sehen, vielmehr als ein Ausweg aus einem hinderlichen Denken, welches erst einmal alles kritisch hinterfragt. Die Beantwortung ergibt sich sich nämlich erst über das Tun, „ganz von alleine“.

Nun, so mag man mit Fug und Recht anfügen, wem kann man denn heute noch so vertrauen? Nicht wem, so möchte ich da vermerken, sondern was! Ich glaube und weiß es aus ureigenem Erleben, dass auch in dem heute (noch) verfügbaren Karate genügend Elemente beheimatet sind, die uns auf diesem Wege führen und begleiten. Weiterlesen

Vom Prinzip des Karate

6 Stunden Geburtstagstraining 2016

26.11.2016 – Geburtstagstraining im Kaimon Dojo

In dem wunderbaren Buch „Abt Munho“ (*) habe ich zwei Anekdoten gelesen, welche ich hier gerne mit Dir teilen möchte:

A) Ein Mönch sieht seinen Meister einen Fächer benutzen, tritt vor ihn und fragt, dass der Wind doch von seinem Wesen her beständig sei, es keinen Ort gäbe, den er nicht erreicht und warum der Meister dann einen Fächer benutze. Der Meister erwidert seinem Schüler, dass dieser nur wisse, dass der Wind beständig sei, aber vom Prinzip, dass der Wind keinen Ort verfehle, hätte er nichts verstanden. Der Mönch fragt nach diesem Prinzip und als Antwort benutzt der Meister den Fächer.

Das ist ein wenig schwierig zu erfassen. In der Quintessenz sagt diese kleine Geschichte jedoch aus, dass wer versucht ohne fortwährende Praxis eine Lehre zu verstehen dem gleicht, der hofft, durch bloßes Grübeln über die Beschaffenheit des Windes zu einer frischen Brise zu kommen.

B) An einer reich gedeckten Tafel sitzen hungrige Menschen mit ihren Esstäbchen und beginnen zu essen. Allerdings gibt es eine Hürde, denn die Essstäbchen sind 1 Meter lang, es ist folglich unmöglich die Speise in den eigenen Mund zu befördern. Ein großes Chaos, Hauen und Stechen beginnt, keiner wird satt.
Welch eine Freude, als die Menschen dann beginnen mit den langen Stäbchen sich gegenseitig das Essen in den Mund zu schieben, bis alle satt werden.

Verhält es sich nicht auch im Karate so, dass wir uns manchmal lieber den Duft des Karate um die Nase wehen lassen, als uns in der Praxis des Trainings Tag für Tag zu bemühen immer weiter in die Lehre einzudringen?

Karate ist ein körperlicher Weg – und Karate ist ein geistiger Weg. Der körperliche Weg im Karate schützt uns vor einer übertriebenen Vergeistigung; der geistige Weg im Karate bewahrt uns vor vor primitiver körperlicher Handlung.

In diesem Wechselspiel zwischen Körper und Geist, zwischen  permanenter Verbesserung der Fähigkeiten des Kämpfens einerseits und fortwährender Reflektion über das Wesen des Kampfes andererseits, finden wir zum Wesen des Karate. Erst in diesem andauernden Tun werden wir mehr und mehr das Prinzip des Karate erkennen lernen. Weiterlesen

Von der Vielfalt oder von der Tiefe

Yokogeri in der Gardon

Juni 2016, Training in der Gardon (Provence)

Da ich etwas technikbegeistert bin, beschäftige ich mich, ich bin versucht zu sagen selbstverständlich, auch mit den Möglichkeiten heutiger elektronischer Kommunikationsmittel, nutze diverse Messenger, kommuniziere über Chats, Email und den anderen mannigfaltigen Optionen der modernen Zeit.

Jedoch, so denke ich manchmal, was wäre denn, wenn ich diese vielfältigen Kommunikationswege nicht bedienen würde; wenn ich in althergebrachter Weise den Füllfederhalter zur Hand nehmen, ein wertvolles Briefpapier auf dem Tisch platzieren, mich bei dezenter Musik geruhsam voller Vorfreude setzen, alsdann wohl formuliert und voller Hingabe einen Brief schreiben würde?

Dies der unbedingten Tatsache bewusst, dass die Worte gut überlegt und im rechten Kontext zu Papier gebracht werden müssen, dass keine automatische Rechtschreibkorrektur und keine Zurücktaste Schreibfehler korrigiert; dass jeder Buchstabe sauber und leserlich geschrieben, final ist, dass das Ergebnis mit jedem Zeichen fertig vor mir wächst. Hastig hin gekritzelt führt zur Ablage in den Papierkorb, zur Wiederholung von Anfang an.

Kuvertiert, adressiert, frankiert, dem Briefkasten überantwortet und versandt. Wie viel Zeit ist wohl vergangen, seit dem ersten Federstrich? Und wie viel Zeit wird vergehen, bis eine Antwort eintrifft? Zeit, welche ggf. bereits neue Worte im Geiste formulierern lässt, welche dann in den nächsten Brief einfließen.

Auch im Karate meine ich eine Tendenz zu erkennen, welche der Vielfalt mehr Aufmerksamkeit widmet, als der Tiefe. Es mag der heutigen Zeit geschuldet sein, dass die Geduld und Muße, vor allen Dingen aber die Hingabe, welche es benötigt in die Tiefe zu gehen, nicht mehr so leicht vorhanden ist. Weiterlesen

Vom inneren Schweinehund und vom Wohnwagenprinzip

imageFrüher sicher mehr als heute, habe ich eine Trainings-‚Strategie‘ angewandt, welche folgendermaßen aussah: Ich habe mich in der ersten Hälfte des Trainings so intensiv dem Training hingegeben, dass ich nach dieser Zeit schon fast völlig verausgabt war, um dann die zweite Hälfte des Trainings rein mit Willenskraft und möglichst gleich bleibender Intensität weiter zu trainieren.

Die reine Trainingslehre mag das sicher kritisch betrachten, eventuell als Übermotivation oder Raubbau mit dem Körper abtun, vielleicht gar den Trainingserfolg in Frage stellen. Dem würde ich nicht in jedem Fall widersprechen wollen. Doch hat sich auf diese Weise mein Spirit immer weiter entwickelt, hat sich eine Grundhaltung des ‚ich schaffe das‘, vor allen Dingen ein Ausschalten hinderlichen Denkens und ganz besonders ein Schweigen des sogenannten ‚inneren Schweinehundes‘ herausgebildet.

Mit fortschreitenden Lebensjahren akzeptiere ich, dass ich ggf. das ein oder andere Mal ein wenig kürzer treten, mehr der Vernunft gehorchen sollte. Jedoch bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass es ein dienlicher Weg ist, mehr über sich selber zu erfahren.

Nun, das ist meine Art; was mir jedoch auffällt ist, dass häufig sehr zurückhaltend Karate geübt wird. Zurückhaltend in dem wörtlichen Sinne, dass etwas zurück gehalten wird. Es ist für viele Menschen offenbar sehr schwierig, sich einem Tun völlig hinzugeben, sprichwörtlich aus sich heraus zu gehen. Als ob ein Gummiband die Technikausführung hemmt und verkrampft, ein Übermaß an Denken das freie Geschehen bremst. Vielleicht ist es der Gedanke, mit den Ressourcen haushalten zu müssen; man weiß ja nie, was die Zukunft bringt. Oder aber, dass es uns wohl sehr schwer fällt, einfach nur mal völlig im Hier und Jetzt aufzugehen. Weiterlesen

Von der offenen Türe und der leeren Hand

Eine Initiative mit Erfolg umgesetzt. Ich freue mich sehr, die Zuwanderer aus vielen Ländern der Welt in den Kursen begrüßen zu können. Danke, HSP der Universität Konstanz!

Eine Initiative mit Erfolg umgesetzt. Ich freue mich sehr, die Zuwanderer aus vielen Ländern der Welt in den Kursen begrüßen zu können. Danke, HSP der Universität Konstanz!

Dem Jahresende sich zuneigend, weicht die Zeit des Tages immer mehr der Dauer der Nacht, der Dunkelheit. Gedanken treiben mich um, Erinnerungen an Tage der Aufregung, Erinnerungen an die Nächte vor einer Meisterschaft. Oftmals war an Schlaf nicht zu denken, mein Sinnen war mit anderen Dingen beschäftigt. Und mit den Stunden, die ich mehr wartend denn schlafend im Bett lag und mir aufgeregt den kommenden Tag der Meisterschaft ausmalte, wurden die Gestalten derer, die mich im Kumite als Mitstreiter erwarten würden, immer größer, bedrohlicher. Wie könnte ich es schaffen, gegenüber diesen zu bestehen? War meine Vorbereitung ausreichend, meine Technik und vor allen Dingen mein Spirit genügend entwickelt? Viele Fragen, Ängste durchzogen meine nächtliche Stunden.

Dann der nächste Morgen, die Fahrt, der Gang zur Wettkampfhalle; ein vorsichtiges Abschätzen, taxierende Blicke und die Feststellung, dass alle potentiellen Kontrahenten Menschen waren, mal ein wenig kleiner und schmaler, mal ein wenig länger, mal ein wenig breiter als ich. Sportler, Karateka, die mit dem gleichen Ziel angereist waren, wie ich – erfolgreich zu sein, sich nach den Regeln des Wettkampfs zu messen, sich zu behaupten, im besten Fall den Sieg zu erringen.

Doch reichte diese Erkenntnis nicht ganz aus, mein Lampenfieber abzukühlen, erst das Hajime des Kampfrichters zum Start der ersten körperlichen Kommunikation auf der Kampffläche, brachte diese Emotionen zum Schweigen.

Und was davon erfüllte sich, das nächtens so sorgenvoll in Herz und Kopf gefühlt und gedacht war? Ein anstrengender Tag mit Höhen und Tiefen, auch mal mit Verletzungen, gipfelnd in einer freundschaftlich zugeneigten, geselligen Runde auf einer Party oder in irgendeinem Restaurant. Ein herrliches Gefühl, es geschafft zu haben, mit Freunden verbunden zu sein im gemeinsamen Erleben und Bestehen einer großen individuellen Herausforderung. Weiterlesen