Jahreswechsel 2020/2021

[ Jahreswechsel 2020/2021 ]

Wieder einmal schweifen meine Gedanken in die Vergangenheit, an einen besonderen Tag, die Europameisterschaft 1980. Ich stand mit dem Team am Rande der Kampffläche. Wir hatten uns gemeinsam auf die erste Begegnung im Kumite vorbereitet und warteten auf den Beginn des Team-Wettbewerbs. Es war beim Bundestrainer und bei den anderen Teamkollegen bekannt, dass ich gerade vor dem ersten Kampf immer extrem nervös war (glücklicherweise war diese Nervosität mit Betreten der Kampffläche stets wie weggewischt). Ein Teamfreund, den ich seit Jahren schon kannte und den ich immer als außerordentlich cool eingeschätzt hatte, steht neben mir, spricht mich an und sagt “Ich glaube, ich habe noch nie einen Zuki (Fauststoß) gemacht”. Er war dann während des Wettbewerbs wieder in bekannter Manier in brillanter Form und wir wurden im Team erst im Finale knapp geschlagen.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr 2020 kommt mir die oben geschilderte Situation in den Sinn. Jeder Mensch geht mit Stresssituationen entsprechend seiner Prägung sehr individuell um. Besorgt, gehemmt, verniedlichend, verneinend, verdrängend, annehmend, solidarisch, egoistisch, rational, emotional… So unterschiedlich, wie wir Menschen halt sind.

Doch letztlich zählt: ‘Der Mensch ist, was er tut’ oder wie es auch heißt ‘An ihren Taten sollt ihr sie erkennen’.

Die Advents- und Vorweihnachtszeit ist für viele Menschen eine Zeit der Rückbesinnung, der Reflektion. Auch ich lasse das Jahr vor meinen Augen Revue passieren und erkenne, dass es noch sehr viel Raum gibt für gute Vorsätze und persönliche Entwicklung in den kommenden Jahren.

Das Training des Karate hilft mir seit mittlerweile bald fünf Jahrzehnten dabei und ist mir ein Wegweiser. Mit jeder Technik, welche ich in immer weiterer Wiederholung mich bemühe stets ein wenig besser auszuführen; mit mehr Konzentration, mit mehr Hingabe, mit mehr Intensität. Mit jeder Kata, während derer ich mich nicht ablenken lasse; mit jedem Kumite, in welchem ich meine Emotionen im Griff halte usw. Ob es wirkt? Nun, wie sagt mein alter Freund und Mentor Peter B. so treffend “Wie schlimm wären wir erst, wenn wir nicht Karate machen würden”.

Und noch etwas habe ich über die vielen Jahre des Trainings erfahren. Verbesserung erreichen wir immer nur über die Herausforderung, über Fehler, über Hürden, welche wir überspringen, über Gewichte, welche wir stemmen, über Berge, die wir erklimmen. So mag das so anspruchsvolle vergangene Jahr uns nun ungebrochen und gestärkt entlassen und durch einen glücklichen, harmonischen Jahreswechsel in ein neues Jahr 2021 führen, welches Dir und uns allen Gesundheit, Erfolg und Lebensfreude bescheren soll.

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