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Von der Suche nach dem Gleichgewicht

Es ist nun schon viele Jahre her, dass ich Meisterschaften bestritten habe und dennoch erreichen mich immer wieder Erinnerungen aus dieser so intensiven Zeit. So auch vor ein paar Tagen, als ich einige Gleichgewichtsübungen auf einem Bein stehend trainierte. Ich erinnerte mich an eine Vorrunde im Kata-Wettbewerb. Angetreten war ich mit der Kata Empi, einer Kata, die ich schon viele Male vorgetragen hatte und mit der ich mich sehr sicher und verbunden fühlte. Doch bereits nach wenigen Techniken, beim ersten tiefen Vorsteppen im Kosa-Dachi verlor ich die Balance, wackelte, strauchelte nahezu. In jenem Moment war mir klar, dass an einen Einzug ins Finale nicht mehr zu denken war, die Enttäuschung darüber übermannte mich und ich brach den Vortrag ab, verbeugte mich und verließ die Kampffläche.

Auch heute, lange Zeit danach, ist mir dieses Erlebnis immer noch so präsent, als ob es gestern gewesen wäre. In mir macht sich dann die Überlegung breit, ob es richtig war, den Vortrag abzubrechen, aber vor allen Dingen, wie mir dieser Fehler passieren konnte. Die Technik hatte ich doch so viele hundert Male geübt und immer gut ausgependelt gestanden.

Pendeln – bei diesem Wort stand mir plötzlich der Begriff des Foucaultschen Pendels vor meinen Augen, literarisch meisterlich verpackt von Umberto Ecco in einem Roman, den ich vor geraumer Zeit gelesen hatte. Weiterlesen