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Vom Älterwerden

Spagat 2013

01. Oktober 2013 / In den ‘Les Alpilles’ (Provence)

“Wenn ich einmal so alt bin, wie Du, dann kann ich auch so viel trainieren.” Diese Bemerkung konnte ich im ersten Moment gar nicht so richtig einordnen, ist doch körperliches Vermögen eher den jüngeren Jahren beigefügt, denn den späteren. Im Nachdenken wurde mir jedoch dankbar der besondere Wert dieser Aussage bewusst, denn seit ein paar Jahren konnte ich doch tatsächlich mein Trainingspensum trotz älter werdenden Körpers sukzessiv immer weiter erhöhen.

Es wäre vermessen zu denken, dass mein Körper mit den Jahren eben robuster, fähiger geworden sei, nein, auch an mir geht die Zeit nicht vorüber. Doch wo in jüngeren Jahren der Wunsch des Nachfühlens einer besonders starken Technik, ein langes Kime, das Verharren im Endpunkt der vermeintlichen Kraft, der Stolz auf diese Befähigung in mir war, ist es mir heute eher wichtig, inspiriert durch grossartige Meister, die Technik aus gefestigter Mitte sowie ruhigem Geist zu entfalten und entspannt ‘geschehen’ zu lassen.

Gelingt mir dies, so ist der Lohn in Kihon, am Makiwara, in der Kata und besonders auch im Kumite eine grösste Intensität bei minimalstem Aufwand; gelingt mir dies nicht, was leider immer noch der häufigere Fall ist, dann besteht der zweifelhafte Lohn aus Erschöpfung und längerer Regenerationszeit. Hier verspüre ich dann doch schmerzhaft den Biss des Zahns der Zeit. Gleichwohl nehme ich diese Pein gerne an, mahnt sie mich ja zur weiteren Übung. Hingegen, wie gesagt, wenn es gelingt, dann – GOLD!

In wenigen Wochen bewegt sich mein Lebensalter in das letzte Drittel der 50er, wehen mir ab und an Gedanken über das Älterwerden in den Sinn, empfinde ich einen Anflug von Endlichkeit, weiss ich um die Unabwendbarkeit des Nachlassens gerade körperlicher Fähigkeiten. Weiterlesen